Archiv für das Tag 'afghanistan'

Ob in Afghanistan oder im Irak: die Ziele des Westens werden vor Ort ganz anders wahrgenommen / Afghanistan & Iraq at War: what Obama sees is not what America gets / על מלחמות טובות ורעות: כשלון אמריקני גם באפגניסטן, ה”בייבי” של אובמה

Daniel Dagan 29. August 2010

דניאל דגן – Die USA verabschiedet sich vom Irak. Für Präsident Barack Obama lautet das Fazit: mit dem bald abgeschlossenen Abzug wurde ein ungerechter Krieg beendet. Amerika konzentriert sich nun verstärkt auf das militärische Engagement in Afghanistan. Dieses – im Gegensatz zu Irak – betrachtet Obama als sinnvoll und gerecht. Denn da geht es (angeblich oder auch tatsächlich) um das vielzitierte Ziel Bekämpfung des internationalen Terrorismus.

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Iraq All News: Obama kündigt Rückzug an / Al Manarah: …Amerikaner verlassen das Land / Addustour: Obamas Bad in der Militär-Menge / Anti War Blog: soviel Soldaten mussten im Irak ihr Leben lassen

Diese Darstellung reflektiert eine westliche Betrachtungsweise. Sie ist sicherlich wohlwollend. In beiden Ländern interveniert der Westen, um bestimmte und auch noble Werte sozusagen zu importieren: Freiheit. Demokratie. Rechte für Frauen. Transparenz. Das ist gut gemeint und am Rande hin und wieder auch wirksam. Doch der Schein trügt. Denn diese schöne, teilweise naive westliche Haltung entspricht ganz bestimmt nicht der Wahrnehmung der Menschen im Irak oder in Afghanistan.

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Al Moharer, Organ der Ba’ath Partei, die Saddam unterstützte: Unsitten aus dem Westen importiert / Patrick Chappatte in New York Times: die Amis gehen… wer kommt? / Salman Abed in Voice of Irak: amerikanischer Sieg im Irak? Zweifel sind erlaubt  / wer dreht an der Terror-Spirale?

Realistischerweise muss man unmissverständlich feststellen: Die meisten Menschen – sowohl im Irak als auch in Afghanistan – wollen oder können die westlichen Werte nicht verinnerlichen oder gar umsetzen. Für sie ist die westliche militärische Präsenz eine Parteinahme für eine bestimmte Volksgruppe im Land (im besten Fall) oder eine Unterjochung von Aussen (im schlimmsten Fall). Der Kampf gegen Al Kaida und andere Terrorgruppen gerät dabei in den Hintergrund.

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Kriegsschauplätze Afghanistan und Irak (Courtesy maps Magellan Geographix and Wiki Commons)

Die ethnische und religiöse Vielfalt im Irak and in Afghanistan wird im Westen als Bereicherung und Pluralismus verstanden. Doch vor Ort ist es Anlass für einen Dauerkampf, der täglich Opfer kostet. Beide Staaten wurden übrigens durch die Kolonialmacht Großbritannien errichtet, ohne dass es dafür die notwendige Koherenz und innere Integrität gab. Es ist also kein Zufall, dass die Einheit im Irak und Afghanistan immer wieder nur durch massive Gewaltanwendung bewahrt werden konnte.

Leider ist zu befürchten, dass die Kämpfe unter den rivalisierenden Volksgruppen weiterhin das Geschehen im Irak und Afghanistan bestimmen. Daran kann auch Obama nichts ändern. Die Iraker bzw. die Afghanen werden letzlich selbst darüber befinden müssen, ob sie die territoriale Intergrität behalten, und wie sie das jetzige (oder neue) Staatswesen gestalten. Dass dieser Prozess sehr schmerzhaft und möglicherweise blutig sein wird zeichnet sich schon jetzt ab. Ein Prozess von Nation Bulding kann nicht aus Amerika kommen. Auch beim besten Willen nicht.

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Afghanistan, Irak, Somalia, Yemen: dem Westen sind die Hände gebunden

Sechs Anrainer schauen zu, wie Nato in Afghanistan blutet

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Afghanistan: das wollte Ihnen Obama nicht verraten / Comment is free – unless your boss is Barack Obama / אובמה: עלבון לנתניהו – לא נורא; עלבון לנשיא – חס וחלילה

Daniel Dagan 24. Juni 2010

דניאל דגן -  US Präsident Barack Obama hat den Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan General Stanley McChrystal entlassen. Angeblich nur wegen Kommentaren, die ihn selbst, Obama, und vor allem den Vize-Präsident Joe Biden beleidigen. Es stimmt, dass solche Kommentare gefallen sind. Es stimmt, dass diese völlig inakzeptabel sind. Das Primat der Politik muss ja herrschen. Ein Kommandeur, in welcher Position auch immer, darf die politische Führung nicht abwertend angreifen. Schon gar nicht in der Öffentlichkeit.

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The Afghan Daily: noch ungetrübt; Obama und McChrystal beraten  / Jonathon Rosen zeichnet die Lage in New York Times: der General salutiert und spricht; Obama hört und wirft ihn raus / The White House: die Entlassung wird offiziell

Doch Präsident Obama fügte hinzu, dass die Entlassung nichts mit Differenzen in der Afghanistan Strategie zu tun hat. Das stimmt nicht. General McChrystal  hat sich abfällig geäussert, weil er frustriert ist. Weil er einmal auch öffentlich zum Ausdruck bringen wollte, dass von der internationalen Streitmacht in Afghanistan Unmögliches verlangt wird. Nämlich schnelle Erfolge zu zeigen, um die Positionierung der Obama Administration für die nächste Wahl zum Amt des Präsidenten zu begünstigen.

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Surghar, Kabul: in diesem Grenzgebiet werden die Kämpfe ausgetragen / The Daily Afghan: Entlassung ist der Aufmacher / Kabul Press: “Obama und Clinton verraten die demokratischen Kräfte in Afghanistan” / Steve Bell in Guardian: Obama hat die Beleidigung gehört; Obama reagiert

Tatsache ist, dass die Obama Strategie in Afghanistan nicht funktioniert. Auch nach knapp zehn Jahren militärischer Intervention kann man das Land nicht zur Ruhe bringen. Auf dem Spiel steht die Loyalität der afghanischen Bevölkerung. Die Erfolge des Militärs, das ja relativ leicht Gebiete und Regionen einnimmt, können diese Loyalität nicht sichern. Im Gegenteil – sie wirken oft kontraproduktiv. Die Afghanen sind von den westlichen Werten nicht überzeugt, die ihrer Gesellschaft auferlegt werden sollten. Dieses Problem bleibt Obama auch nach dem Abgang von McChrystal erhalten.

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Afghanistan, Somalia, Yemen: alles bloß Al Kaida?

NATO caught between the Devil and the Deep Blue Sea

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Al Kaida القاعدة‎ Rätsel: wir wissen bereits, dass wir nichts wissen / Al Qaeda: a replacement for al-Yazid alias al-Masri alias Who / סיכול ממוקד בפקיסטן: איפה הם אנשי אל קאעידה כולם

Daniel Dagan 12. Juni 2010

דניאל דגן – Letzte Woche führte eine NATO Drohne in Pakistan eine gezielte Tötung durch. Sie sollte einen wichtigen Aktivisten treffen. Allein schon sein Name sorgte für Verwirrung. Einmal hieß er Mustafa Abu al-Yazid. Einmal Shaikh Sa’id al-Masri. Experten schrieben, dass beide Bezeichungen für die gleiche Person stehen. Für die meisten Medien aber war dieses Ereignis kaum eine Nachricht wert. Das ist Routine. Das passiert sehr oft. Was gibt es schon zu melden.

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Alan Moir in The Age, Australia: wo ist nun Al Kaida? / Dhimmi Blog: hier angeblich gefunden! / Daily Mail, London: Al Kaida bzw. Taliban Aktivist; er wurde von der Armee trainiert, dann schoss er um sich  / Nicholson, The Australian: Darstellung Insulaner; weit weg von der Realität

Am Rande aber wurde bekannt, dass bei dem Angriff Dutzende Menschen ihr Leben verloren haben. Taliban? Al Kaida? Es waren auch mehrere Kinder dabei. Familienangehörige des Getöteten und andere Menschen, die sich in der Nähe aufhielten. Vielleicht Terroristen. Vielleicht auch nicht. Wir wissen es eben nicht.

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Military One Source – Website, die Soldaten unterstützt / Google Suche für Al Qaeda

Was wissen wir also knapp zehn Jahre nach 9/11? Wir wissen, dass wir über Al Kaida kaum etwas wissen. Was ist überhaupt Al Kaida? Sind das Menschen? Ist das ein Versteck in den Bergen? Ist das eine Ideologie? Eine flammende Idee? Eine bestimmte Auslegung des Koran? Die Suche geht weiter. Auf dem Boden in Yemen. In der Luft über Pakistan. Zur See vor der somalischen Küste. In vielen islamischen Gotteshäusern weltweit. Und natürlich im Internet, wie hier demonstriert wird.

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Labyrinth Afghanistan: Wege, Handelswege und Umwege

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Taliban in Afghanistan, Al Shabab in Somalia, Al Shabwan in Yemen… alles bloß Al Kaida? / Bloodiest week and yet more casualties; “I’d throw away my medal… bring back the lads who died” – Soldier / אפגניסטן, סומליה, תימן: רשימת החללים מתארכת

Daniel Dagan 9. Juni 2010

דניאל דגן – Was läuft schief in Afghanistan? Alles. Die Offensive der Nato war zwar erfolgreich. Ein großes Gebiet wurde tatsächlich eingenommen. Doch allein in diesem Monat starben mehr als 20 NATO Soldaten. Sie werden immer wieder aus dem Hinterhalt angegriffen. In einer Region, die schon längst von der internationalen Streitmacht kontrolliert wird.

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Guardian, Großbritannien: Al Kaida nun auch in Somalia / in Yemen sowieso / Sydney Morning Herald: wo Cluster Bombs viele Zivilisten wahllos töten / The Hindu: Jihad Aktivisten auch in New York

Was läuft schief in Somalia? Alles. Die vom Westen unterstützte Regierung kann das Land trotz massiver Hilfe nicht kontrollieren. Piraten lauern vor der Küste, obwohl eine NATO-Streitmacht immer wieder auf hoher See Schiffe anhält und untersucht. Es herrscht Armut. Über eine Million Menschen sind auf der Flucht. Die Al Shabab Mujahideen, die das Land weitgehend beherrschen, arbeiten zunehmend mit Al Kaida zusammen.

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Washington Post: Al-Shabab… Al Kaida… Verwirrung… / Express Tribune, Pakistan: diese gezielten Tötungen sorgen für Ärger / Nicholson in The Australian: worum geht es eigentlich? etwa um Alkoholkonsum? / BBC: die Mauer zwischen Iran und Pakistan trennt Familien und trägt zur Radikalisierung bei

Was läuft schief in Yemen? Alles. Auch dort gibt es zunehmende Gewalt. Die Mauer, die Saudi Arabien an der Grenze (und auch noch auf yemenitischem Gebiet) errichtete, kann weder Bewegungsfreiheit von Terroristen noch Waffenlieferungen verhindern. Die Amerikaner setzten teilweise Cluster Bombs ein, um die Gegner der Regierung auszuschalten. Doch diese werden immer stärker. Die Angehörigen des Stammes Al-Shabwan arbeiten immer enger mit Al Kaida zusammen.

US-Präsident Barack Obama wollte Verständigung und Aussöhnung mit der muslimischen Welt. Er wollte alles anders, besser machen. Nun wendet er aber immer mehr Gewalt an, um seine Ziele zu erreichen. Auch in höchst umstrittener Form – gezielte Tötungen aus der Luft, Bombardierung von Zivilisten, die von Terroristen als Schutzschild benutzt werden. Ein Ausweg ist noch lange nicht in Sicht.

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Somalia: bereits eine Million Tote und kein Ende

Yemen: der Krieg tobt, doch niemand geht hin; auch wir Journalisten nicht

Imes of London: “Afhanistan was a deeply flawed gamble”

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Bundespräsident im Labyrinth Afghanistan: Wege, Handelswege & Umwege / Alan Moir of The Age vs. President Horst Köhler of Germany: Lest We Forget… / על מה ולמה אנחנו נלחמים? אפגניסטן

Daniel Dagan 28. Mai 2010

דניאל דגן – Bundespräsident Horst Köhler steht in der Kritik. Er hat einen Einsatz gerechtfertigt, der immer mehr umstritten ist. Er hat vielleicht ungeschickt formuliert. Doch er hat eine Debatte losgetreten, die das Land bitter nötig hat. Warum wird der Afghanistan Krieg überhaupt noch geführt? Was machen die vielen Soldaten da unten? Wo führt die Reise hin?

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Junge Welt, Neues Deutschland, Berliner Zeitung: Köhler als Kriegstreiber / Künstler Thomas Plaßmann: für wenn eigentlich riskiere ich mein Leben?

Deutschland hat sich die Sache zunächst leicht gemacht. Es wurde versucht zu bestreiten, dass es überhaupt einen Krieg gibt. Von höchsten, offiziellen Stellen wurde behauptet, dass es lediglich um Entwicklungshilfe geht… auch wenn junge Männer in Uniform und mit Gewehr dabei sein mussten.. um etwa zu ermöglichen, dass Frauen endlich wieder Schulen besuchen.

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Deborah Rodriguez: Lehrstunde; es kann doch schön sein! / Alan Moir in The Age, Australia: Wege im Labyrinth Afghanistan / Lest We Forget… / Nicholson in The Ausralian: aufeinander schießen – weswegen? Alkohol? Al Kaida? Drogen? Beschneidung weiblicher Genitalien?

Nun hat Deutschland die Angst vor der Wahrheit überwunden. Es wird deutlich ausgesprochen, was die Lage hergibt. Es ist nun mal ein Krieg. Und dieser wird sehr weit weg geführt. Tausende Kilometer von der Heimat entfernt. Für viele Menschen ist nicht nachvollziehbar, was damit bezweckt wird. Und vor allem, was damit erreicht werden kann. Diese Debatte wird auch anderswo geführt. In diesen Seiten finden Sie viele Informationen zum Thema. Wenige Beispiele gleich unten.

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Anrainerstaaten: wer blutet? wer macht Kasse?

Militäreinsätze weltweit: Präsenz, Zweck & Lastenausgleich

MEA CULPA in Washington… gezielte Tötungen… Heuchelei ist passé!

Ebenfalls interessant – auch wenn es hier nicht um Afghanistan geht; dieses Buch diente als Vorlage für die Überschrift ganz oben:

Stefan Heym: Wege und Umwege / Einmischung

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Wer rettet Obama vor seinen eigenen Fehlern im Mittleren & Fernen Osten? / Afghanistan, Israel, Muslim World: the road to hell is paved with good intentions… / חובבנות, תמימות, ייעוץ גרוע, אובמה: הדרך לגהינום רצופה כוונות טובות

Daniel Dagan 15. April 2010

דניאל דגן – US Präsident Barack Obama wollte es nicht. Doch er hat es leider durch eine naive, dilettantische Politik bewirkt: seit seiner Amstübernahme wurde die arabisch-palästinensische Haltung erheblich verhärtet. Es finden keine Gespräche mehr mit Israel statt, obwohl diese vorher zur täglichen Routine gehörten. Währenddessen bekräftigt Jerualem immer wieder seine Bereitschaft, mit ALLEN arabischen und muslimischen Nachbarn ohne Vorbedingungen auf höchster Ebene zu verhandeln. Die Feinde Israels sind ermuntert. Freunde des jüdischen Staates sind besorgt und irritiert. 76 US Senatoren - darunter sehr viele der eigenen demokratischen Partei – kritisieren Obama vehement.

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ABC News: Syrien fühlt sich ermuntert, liefert noch mehr Raketen an Hisbollah / Front Page: …doch Obama zielt auf Israel / Avital Alter: Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wird wie ein Gefangener gehalten… sein Spielraum schrumpft / …während Obamas Lachen nicht vergeht… auch nicht durch iranische nukleare Bedrohung

In den Beziehungen zur arabischen und muslimischen Welt hat Obama das Gegenteil dessen bewirkt, was er durch seine dramatischen Versöhnungsgesten erreichen wollte. Das Verhältnis mit der relativ gemässigten Türkei ist auf dem Tiefpunkt, obwohl sich Obama beharrlich weigert, den Völkermord an den Armeniern beim Namen zu nennen und die Unterdrückung des kurdischen Volkes auch nur ansatzweise zu verurteilen. Der Iran fühlt sich stärker denn je und bastelt weiterhin an seiner Atombombe. Arabische Staaten, die früher aktiv Aussöhnung suchten, warten nun darauf, dass Amerika Druck auf ihre Gegner ausübt. Israel wird an den Pranger gestellt – nicht zuletzt durch systematische Manipulationen, die zum erheblichen Teil von EU-Steuerzahlern finanziert werden (allerding ohne jegliche öffentliche Transparenz).

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New York Times: Afghanistan und kein Ende… Tal des Todes… / Obama ordnet immer mehr gezielte Tötungen von Taliban Aktivisten an / Times: …was mit diesem unbemannten Flugzeug durchgeführt wird / Sts News: nun werden selbst US Bürger aus der Luft liquidiert / Spiegel: …was bei den Alliierten Irritationen hervorruft

In Afgahnistan ist die Lage verwirrend. Der anhaltende Krieg findet immer weniger Anhänger im Westen. Selbst in den USA wird massiv Kritik geübt. Junge Amerikaner und Europäer sterben tausende Kilomter von ihrer Heimat entfernt… in einem Konflikt, dessen Sinn und Zweck immer weniger durchsichtig ist… Obama unterstützt öffentlich und mit großem Nachdruck den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. Dieser aber wendet sich von Amerika ab und droht, sich den Taliban anzuschließen. Wo sind die schlauen Berater des Präsidenten? Sowohl im mittleren als auch im fernen Osten braucht Obama viel Nachhilfeunterricht.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Obama, Deine Fußsohlen: so macht man es im Orient nicht!

US President: wishful thinking gives way to disenchantment…

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Taliban Selbstmordattentäter in Kabul, Linke Selbstdarsteller im Berlin… wer rettet Afghanistan? / NATO offensive: Marjah captured! Kabul is still bleeding, though… / השמאל מתפרע בברלין, הטרור מכה בקבול

Daniel Dagan 26. Februar 2010

דניאל דגן - Just an dem Tag, an dem im Bundestag der große Afghanistan-Protest der Linken abgezogen wurde, starben viele Menschen bei einem Selbstmordattentat in Kabul. Dem Taliban kam die Berliner Show sehr gelegen: sie belegt, dass die Menschen im Westen es satt haben, im fernen Afghanistan gegen Terror zu kämpfen. Sie hat deutlich gemacht, dass sich Resignation ausbreitet und dass Selbstmordattentäter ihre Ziele doch erreichen können.

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Afghan Daily: Selbstmordanschlag in Kabul / The Nation, Pakistan: die Zahl der Toten steigt… / …just an dem Tag, an dem in der Stadt Marjah die Regierung mit Hilfe der NATO wieder Verantwortung übernimmt / The Daily Star, Bangladesh: auch hier Betroffenheit

Gewiss kann und soll man über den Einsatz in Afghanistan streiten. Unterschiedliche Auffassungen sind völlig legitim. Doch die Art und Weise, wie die Linke die Bühne des Parlaments benutzte, ist unwürdig. Das mutet unseriös an. Und das stellt eine Verhöhnung der Menschen dar, die am Hindukusch gegen die brutale Gewaltanwendung durch Selbstmordattentäter kämpfen.

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Times of India: auch Inder in Kabul getötet / Daily Star, Bangladesh: Kameraden trauern bei einer  Zeremonie um die Opfer eines Anschlags, der letztes Jahr stattfand / Asia News: die Außenminister von Indien & Pakistan – Nirupama Rao & Salman Bashir / The Nation, Pakistan: Gespräche vorerst gescheitert

Die Lage ist viel zu kompliziert, als dass sie durch linke Vereinfachungen zu politischen Zwecken missbraucht werden darf. Die Taktik der Talibans, Terror und Angst zu verbreiten, einigt viele Menschen im fernen Orient. Die Völker der Region, wie die meisten Afghanen selbst, wollen nicht mehr Opfer von religiösen Fanatikern werden. Und sie erwarten Solidarität oder gar Hilfe von der internationalen Gemeinschaft. Auch wenn diese nicht immer die erhoffte Wirkung erzielt.

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Unseriöse Show, die auf billige Aufmerksamkeit abzielt: Linke im Bundestag

Unterdessen streiten zwei große Nachbarn von Afghanistan – Indien und Pakistan – über den richtigen Weg, den islamistischen Terror in der Region einzudämmen. Es ist ein alter, komplizierter Streit, der ethnische und religöse Wunden aufreisst und auch noch die Problematik von Kashmir zum Inhalt hat.

Doch immerhin gab es eine erste Gesprächsrunde. Ein erster, bescheidener Versuch, Gemeinsamkeiten doch noch zu finden. In Neu Delhi wie auch in Islamabad versteht man wohl: die Extremisten versuchen, Angst zu verbreiten und durch blinden Terror gegen Zivilisten die Menschen gegeneinander aufzubringen.

Hoffentlich gelingt es Indien und Pakistan, sich angesichts dieser Gefahr eines Tages näher zukommen. Hoffentlich wird der Westen den Weg finden, glaubwürdig Solidarität zu demonstrieren, und da wo es geht auch konkret zu helfen.

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Mauer, Stacheldraht, Kashmir: schwierige Nachbarschaft

Neue Strategie der NATO? in diesem Film waren wir bereits…

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Afghanistan befrieden? der Versuch hat einen Haken; er kommt von Außen… / Nation Building in Afghanistan: can it work this time around? / אפגניסטן: למה זה לא יכול לעבוד

Daniel Dagan 15. Februar 2010

דניאל דגן – Die NATO Offensive in Afghanistan hat erfolgreich begonnen. Die Verantwortlichen melden, dass alle bisherigen Ziele erreicht wurden. Es bestehen keine Zweifel, dass die militärische Schlacht recht bald abgeschlossen wird.

Doch der Preis ist hoch. Im Kampfgebiet befinden sich Städte und Dörfer. Zivilisten werden getötet. Die Menschen haben Angst: vor den NATO Bomben… und vor den Talibans, die eine absolute Loyalität verlangen. Ihr einziger Ausweg ist die Flucht.

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Figaro: NATO meldet erste Erfolge; afghanische Soldaten sind auch dabei / Guardian: …der Preis – getötete Zivilisten / New York Times: es war ein Fehler / Daily Afghanistan: …über den auch lokale Medien berichten / Payamojahed: besorgte Gesichter; kann es funktionieren? / Dave Brown, Independent: Nato versucht,  Karsai Autorität zu etablieren…

Die NATO hofft, die militärische Kontrolle im umkämpften Gebiet zu haben, um dann sehr rasch mit dem zivilen Aufbau zu beginnen. Die Lebensverhältnisse sollen verbessert werden… damit würden die Herzen der Menschen gewonnen… für die große Aufgabe von Nation Building, die auf sie zukommt…

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New York Times: vorrangige Aufgabe – Nation Building / Afghanistan Conflict Monitor: doch Städte sind das Schlachtfeld… / Kabul Press: …und die Opium-Produktion geht unvermindert weiter / Freghana, Afghanistan Russisch: Moskau beobachtet intensiv, wie der Westen die Loyalität der Stämme zu gewinnen versucht; das haben die Russen auch schon mal gemacht…

Diese Denkweise ist typisch für die fremden Mächte, die es in Afghanistan schon mehrere Male versucht haben. New York Times zählt heute diese Versuche auf und bringt Berichte aus alten Zeiten: die Briten 1840… und wieder 1870… die Amerikaner 1950 und 1960… die Russen 1979 und danach… zwischendurch die pakistanischen Nachbarn…

Immer wieder wurde versucht, Friedfertigkeit und Loyalität zu erkaufen. Immer wieder haben fremde Mächte die Illusion gehabt, die Menschen durch Verbesserungen von Infrastruktur zu überzeugen. Immer wieder bestand die Hoffnung, dass “gute”, befreundete Afghanen ihre Autorität etablierten könnten.

Der jetzige Versuch ist gut gemeint. Er erfährt breite Unterstützung und wird von der internationalen Gemeinschaft mit vielen Hoffnungen verbunden. Doch er hat einen Haken. Er kommt halt von Außen.

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Gezielte Tötung von Terroriten durch NATO Verbände

Neue Strategie für Afghanistan? in diesem Film waren wir bereits…

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Neue Strategie in Afghanistan? in diesem Film waren wir bereits… / US, British troops about to capture Marja; but who will keep the Taliban stronghold on the long run? / מתקפה של נאט”ו באפגניסטן: בסרט הזה כבר היינו

Daniel Dagan 13. Februar 2010

דניאל דגן - “Man kann aus Bajonetten einen Thron bauen, aber man kann nicht lange darauf sitzen. Dieser weise Spruch wird vielen zugeschrieben. Es ist schwer nachzuvollziehen, wer ihn zurest formulierte. In dieser oder jener Form.

Doch eins ist absolut klar: der Spruch gilt für alle Armeen, die in einem fremden Land kämpfen. Und das seit tausenden von Jahren… er gilt auch für Afghanistan, wo NATO Truppen gerade eine neue Offensive begonnen haben, die uns als “Neue Strategie” erklärt wird.

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New York Times: es geht los.. / …US Soldaten im Einsatzgebiet / …wo sie letzte Anweisungen bekommen / Washington Times: die neue Strategie lautet… / Los Angeles Times: …das eroberte Gebiet den von NATO trainierten Streitkräften zu überlassen

Die große Last dieses Krieges tragen vor allem amerikanische und britische Truppen, die nun in der Region Hemland die Hochburg der Talibans Marja einnehmen wollen. Es wird allgemein erwartet, dass dies relativ schnell gelingt. Die Übermacht der westlichen Truppen ist eindeutig. Dagegen können die Talibans wenig bieten.

Doch was kommt danach? Wird die NATO diese Region auf Dauer besetzen? Dann riskiert sie tägliche Attacken aus dem Hinterhalt. Möglicherweise durch Selbstmordattentäter. Das erlebt die intenationale Streitmacht selbst in der Hauptstadt Kabul, die ja von einem befreundeten Staatswesen regiert wird…

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Independent: großangelegte Offensive… / Dave Brown: …in der Großbritannien mehr Soldaten & Finanzmittel einsetzt / Times of London: …um die Talibans endlich zu besiegen / Guardian: doch wer ist Freund und wer ist Feind? / Steve Bell zieht Bilanz: in Afghanistan sind bereits soviel britische Soldaten ums Leben gekommen wie im Falklands War 1982

Auch die Strategen der NATO kennen den Spruch mit den Bajonetten. Sie wissen, dass Hemland – und andere Regionen Afghanistans – durch eine fremde Macht nicht zu halten sind. Daher hoffen sie, dass afghanische, befreundete Truppen sehr bald die Kontrolle übernehmen. Zu diesem Zweck werden immer mehr einheimische Soldaten ausgebildet.

Doch die Frage ist letztlich nicht die Stärke der neuen afghanischen Einheiten. Die Frage ist die Gesinnung der Menschen, die die Waffen tragen… ganz im Sinne der Berlinale, die uns in diesen Tagen auch spannende Schlachten auf der Leinwand bietet, möchte man sagen: in diesem Film waren wir schon!

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Riskante Strategie: mehr Krieg, um den Krieg zu beenden…

Afghanistan: friedfertige Haltung gegen bar?

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Riskante Afghanistan Strategie: Obama intensiviert den Krieg, um den Krieg bald zu beenden… / Obama is sending more troops but rejects comparison with Vietnam / ווייטנאם של אובמה? עוד כוחות לאפגניסטן

Daniel Dagan 2. Dezember 2009

דניאל דגן - US Präsident Barack Obama schickt weitere 30.000 Soldaten nach Afghanistan. Damit werden knapp 100.000 US Truppen im fernen asiatischen Land im Einsatz sein. Ein militärisches Engagement, das schon über acht Jahre andauert und vielen tausend Menschen das Leben kostete.

USA: bald 100.000 Soldaten in Afghanistan; “America’s War”

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White House Homepage: Obama berät die Lage mit seinem National Security Team / New York Times: Obama in der militärischen Akademie West Point / Washington Times zitiert Obama: “es geht um Amerikas Sicherheit” / CBS: “ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht” / CNN: Gespenst Vietnam wieder da…

Eigentlich will Obama die Truppen aus Afghanistan wieder bald abziehen, und zwar ab 2011. Doch zunächst müssen mehr Soldaten hin, um den Sieg für Amerika und seine Aliierten zu sichern. Wobei niemand sagen kann, ob der geplante Abzug tatsächlich stattfinden wird oder nicht.

Aliierte: der Druckt wächst, noch mehr Soldaten an den Hindukusch zu schicken

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Times, London: für Peter Brookes bekommt Obama die Befehle vom Militär, nicht umgekehrt / Verletzte werden evakuiert / Guardian: 64 Mal entschärfte Sergeant Schmid Bomben; die 65. tötete ihn / Sunday Mail: diese Mutter eines Gefallenen appeliert an Ministerpräsident Gordon Brown, die Boys nach Hause zu holen / Figaro: Obama macht Druck auf Nicolas Sarkozy, doch noch mehr Soldaten zu schicken / Guardian: NATO über die Haltung zu Afghanistans Präsident Karsai gespalten

Die Strategie ist sehr riskant. Wenn die ersehnten militärischen Erfolge nicht eintreten, werden die Kommandeure noch mehr Truppen verlangen… wohl mit dem Argument, dass sie damit ihre Ziele doch noch erreichen… Obama wird unter Druck geraten. Wird es Obamas Vietnam sein, wie US Medien schon warnen?

Deutschland: dürfen Deutsche im fernen Afghanistan töten?

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Times, London: werden sich Deutsche an den verstärkten Kampfhandlungen beteiligen? / Spiegel: dürfen Deutsche überhaupt töten? / TAZ: Demokratie-Export gescheitert! / Stuttgarter Zeitung: Karsai bleibt Präsident – auch ohne richtige Wahlen / Die Welt & FAZ: Guido Westerwelle & Karl-Theodor zu Guttenberg in Afghanistan / Spiegel bei den Marines: wird die Bundeswehr wie diese US Soldaten auch in hart umkämpften Gebieten im Süden Afghanistans eingesetzt?

Doch Aufgeben kann und will Obama nicht. In seiner Rede in der militärischen Akademie West Point erwähnte er selbst das Gespenst Vietnam und sagte dazu: Amerika wurde von Afghanistan aus angegriffen. Daher muss Amerika dafür sorgen, dass sich solche Angriffe nicht wiederholen. Safe Havens für Al Kaida und Taliban können von den USA nicht geduldet werden.

Die große Hoffnung der USA und ihren Alliierten ist, dass afghanische Truppen recht bald in die Lage versetzt werden, den Kampf gegen Al Kaida und Taliban selbst zu führen. Dafür sollen Einheimische noch intensiver trainiert werden.

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Obama in West Point / Kadetten / Huffington Post: Obama mit Studenten / diese führende Akademie liegt etwa 70 Kilometer nördlich von New York entfernt; sie bildet die militärische Elite der USA aus

Doch die Schlüsselfrage ist nicht, wie viele Afghanen sich militärisch ausbilden lassen. Die Schlüsselfrage lautet: welche Gesinnung haben die Menschen, die die Waffen tragen? Bevor der Westen Soldaten ausbildet und Waffen liefert, müsste er die Herzen der Menschen gewinnen. Diese Aufgabe ist auch mit zusätzlichen Truppen kaum zu lösen.

Merkwürdige Aufgabenverteilung in Afghanistan; lesen Sie bitte diesen Beitrag:

Afghanistan & die Anrainer: NATO blutet, China greift nach den Rohstoffen

Lesen Sie bitte hier (English) über die militärische Akademie, die als eine der besten Hochschulen der USA gilt:

West Point Academy

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